Eintracht-Vizepräsident Wolfgang Zenker hat in seiner Zeit als Repräsentant einer großen Immobilien-Gruppe (,,Südfinanz“) mehr als 80 Fußballprofis in riskante Investments mit so genannten ,,Bauherrenmodellen“ gelockt. Er löst am Ende der schwachen Saison 1982/83 (Platz 10) einen Finanzskandal aus. Eine Affäre, die, wie Eintracht-Kultautor Ulrich Matheja in „Schlappekicker und Himmelsstürmer“ (Verlag: DIE WERKSTATT, 2017) schreibt, ,,den Verein bis in die Grundfesten erschütterte.“ Auslöser ist ein Pfändungsbeschluss in Höhe von umgerechnet 100.000 Euro gegen Frankfurts koreanischen Stürmerstar Bum-kun Cha.
„Cha-Bum“ hat sich von Zenker zwei Häuser aufschwatzen lassen – und sich finanziell übernommen. Zenkers Motto: ,,Habe gekauft Grabowski, habe gekauft Pezzey, ist auch gut für Cha.“ War aber nicht gut für Cha! Nun stehen urplötzlich eine Pfändung seines Spielergehalts von 18.000 Euro und Zinsen in Höhe von 23.000 Euro auf dem Deckel.
Da Cha bislang gar nichts gezahlt hat, wird das von einer Lübecker Bank für den Immobilien-Deal gegebene Darlehen über gut 100.000 Euro sofort fällig. Der unbedarfte Koreaner fühlt sich vom eigenen Vize-Präsidenten betrogen – und stellt ein Ultimatum. Zenker und SGE-Präsident Axel Schander treten umgehend zurück und stürzen den Verein in eine Führungskrise.
Wen wundert’s, dass Cha nach Saisonende nach Leverkusen flieht?