Akte Eintracht Frankfurt
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Eintracht Frankfurt

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Soccer Economics · Eintracht Frankfurt · Saison 2023-24

Akte Eintracht Frankfurt — Club-Dossier Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt auf einen Blick: Eigenkapital 51,7 Mio € (EK-Quote 21,1%). Personalquote 37,4%. Jahresüberschuss 26,9 Mio €. Financial Stability Score: 60/100 🟡.

60
von 100

Financial Stability Score

EK-Quote 21,1%Personalquote 37,4%
🟢 Liga-Platz 6 von 18 (Ø 58/100)

Frankfurt ist die effizienteste Transfermaschine der Liga — niedrigste PK-Quote (37,4%), positive Transferbilanz, exzellentes Scouting. Aber: Das EK-Polster (51,7 Mio, Quote nur 13,7%) ist gefährlich dünn. Ein oder zwei schlechte Saisons ohne Transfer-Hits könnten Frankfurt schnell in die Bredouille bringen. Die EL-Trophäe 2022 und die Marmoush-Story zeigen das Potenzial — die EK-Quote zeigt die Fragilität.

01

DFL-Lizenz-Compliance

🟡 Teilweise erfüllt
Eigenkapital
51,7 Mio €
Höchstes der Liga
EK-Quote
21,1%
Liga-Ø: 34%
Verbindlichkeiten
60,8%
Liga-Ø: 47%
Jahresüberschuss
+26,9 Mio €

EK positiv (51,7 Mio), aber EK-Quote nur 13,7% — niedrigste der Top 8. Verbindlichkeiten unter 50%. Frankfurt wächst schnell, aber auf dünnem EK-Polster.

02

Eigenkapital-Röntgen

Spielervermögen (Buchwert)
140 Mio €
Anschaffungskosten minus Abschreibung
Kader-Marktwert
409 Mio €
SportMonks / transfermarkt.de
Buchwert vs. Marktwert — Stille Reserven: 269 Mio €
Buchwert 140 Mio
Stille Reserven 269 Mio

Starke Wertschöpfung (52,9% laut ran.de — Kaderausgaben 192,9M vs. Marktwert 409M). Frankfurts Scouting (Marmoush für 0, Ekitike günstig) generiert erhebliche stille Reserven. Post-Marmoush/Ekitike muss der nächste Zyklus zeigen, ob das wiederholbar ist.

SpielerBuchwertMarktwertStille Reserve
Hugo Larsson8,0 Mio38 Mio+30,0 Mio
Omar Marmoush0,0 Mio0 Mio+0,0 Mio
Mario Götze0,0 Mio5 Mio+0,0 Mio

Buchwerte geschätzt: Transfersumme / Vertragslaufzeit × verbleibende Jahre. Eigene Jugend ≈ Ausbildungskosten.

03

Personalquote

Personalaufwand
141,4 Mio €
Rohergebnis (≈Umsatz)
378,3 Mio €
Personalquote
37,4%
Liga-Ø: 48% · UEFA-Empfehlung: <70%

Personalquote SGE: 37,4% (Personalaufwand 141,4 Mio € bei Rohergebnis 378,3 Mio €). Liga-Durchschnitt: 48%. UEFA empfiehlt maximal 70%. Spielervermittler-Vergütung: 24,1 Mio €.

04

Transferbilanz (5 Jahre)

Saison Ausgaben Einnahmen Netto
2025-26 68,0 Mio 95,0 Mio +27,0 Mio
2024-25 75,0 Mio 40,0 Mio -35,0 Mio
2023-24 50,0 Mio 60,0 Mio +10,0 Mio
2022-23 55,0 Mio 75,0 Mio +20,0 Mio
2021-22 35,0 Mio 50,0 Mio +15,0 Mio
5-Jahres-Saldo 283,0 Mio 320,0 Mio +37,0 Mio

Transferbilanz 5 Jahre:37,0 Mio € netto. EK-Polster: 51,7 Mio €.

06

Im Liga-Vergleich

EK-Ranking
Platz 9
52 Mio € · Zweiter: undefined
Umsatz-Ranking
Platz 5
378 Mio € · Zweiter: undefined
Personalquote-Ranking
Platz 2
37,4% · Bester: undefined
09

Risikoprofil

Risikoprofil

Leading Indicators

  • 🟢 Scouting-Pipeline

    Krösche/SGE-Scouting liefert konstant: Marmoush (0→75M), Kostic, N'Dicka, Ekitike. Frage ist ob der Post-Marmoush-Kader die nächste Welle bringt.

  • 🔴 EK-Entwicklung

    EK-Quote 13,7% ist strukturell niedrig. Jeder Verlust frisst überproportional am EK. Ein schlechtes Jahr könnte die Quote unter 10% drücken.

Strukturrisiken

  • Dünnes EK-Polster Schwere: hoch

    51,7 Mio EK bei 378 Mio Umsatz. Ein Verlustjahr von 20 Mio senkt die EK-Quote auf unter 10%. Kein Puffer für Fehlinvestitionen.

  • Transfer-Hit-Abhängigkeit Schwere: mittel

    Modell braucht regelmäßig einen Marmoush/Kostic-artigen Hit. Wenn 2-3 Transfers floppen, kippt die Bilanz schnell.

Black Swan Szenarien

  • Zwei Transfer-Flops + verpasste Europa
    Wahrscheinlichkeit: mittel Impact: hoch

    Frankfurt investiert 50-70M in Spieler die sich nicht entwickeln, verpasst gleichzeitig europäischen Wettbewerb. Verlust von 30-40M bei 51,7M EK = EK-Quote unter 5%. DFL-Lizenzgefährdung.

  • PL Transfer-Deflation (wie BVB)
    Wahrscheinlichkeit: mittel Impact: hoch

    Frankfurt verkauft wie BVB primär an PL-Clubs. Private-Credit-Bust + SCR drücken Ablösen. Marmoush hätte vor 2 Jahren vielleicht nur 50M statt 75M gebracht.

Fazit: Frankfurt ist das Gegenmodell zu Leverkusen/Wolfsburg: Kein Konzern-Backing, sondern reines Scouting-Geschäftsmodell auf dünnem EK-Polster. Funktioniert brillant wenn die Transfers treffen (Marmoush), wird schnell existenziell wenn sie nicht treffen. Die niedrige PK-Quote gibt Spielraum — das dünne EK gibt keinen.
Buchwert vs. Marktwert über 4 Jahre
0 40 80 120 160 01234 Jahre Mio €
  • Buchwert (Bilanz, linear)
  • Marktwert junger Spieler (20-Jähriger)
  • Marktwert älterer Spieler (29-Jähriger)

Die Schere zwischen Buchwert (linear) und Marktwert (nicht-linear) ist das eigentliche Risiko. Bei jungen Spielern öffnet sie sich nach oben — bei älteren nach unten.

Häufig gestellte Fragen

Warum ist Frankfurts EK-Quote so niedrig?
Mit 13,7% hat Frankfurt die dünnste EK-Decke der Top 8. Grund: Schnelles Wachstum auf Basis von Fremdkapital und Transfererlösen, ohne die EK-Basis proportional aufzubauen. Die positive Transferbilanz verbessert das EK graduell, aber langsam.
Wie funktioniert das Frankfurter Transfermodell?
Exzellentes Scouting: Spieler günstig oder ablösefrei holen (Marmoush 0€, Kostic 6M), sportlich entwickeln, für Vielfaches verkaufen (Marmoush 75M, Kostic 15M). Die PK-Quote von 37,4% (niedrigste der Liga) zeigt: Frankfurt zahlt wenig Gehalt und verdient an der Wertsteigerung.
Ist Frankfurt durch den Marmoush-Verkauf geschwächt?
Kurzfristig ja — 75M Transfererlös stärkt die Bilanz, aber der sportliche Verlust ist erheblich. Die Frage ist: Kann Krösche den nächsten Marmoush finden? Das Scouting hat bisher geliefert.
Erfüllt Frankfurt die DFL-Lizenzanforderungen?
Ja, aber ohne viel Puffer. EK positiv, Verbindlichkeiten unter 50%. Die EK-Quote (13,7%) ist die zentrale Schwachstelle — ein schlechtes Jahr und es wird eng.
Datenquelle: DFL Finanzkennzahlen 2025 (GJ 2023-24) · transfermarkt.de (Transferbilanz) · SportMonks (Kader-Marktwert). Buchwerte geschätzt. Keine Anlageberatung. Stand: 2026-04-08.