Eintracht Frankfurt vereint wie kaum ein anderer Klub in der Bundesliga Triumph und Tragik. Die ,,launische Diva“ versteht es in ihrer turbulenten Liga-Historie immer wieder, sicher geglaubte Erfolge zu verspielen – und bietet ihren Hatern damit allerbesten Stoff. Umgekehrt kann sich der Verein auch immer wieder aus scheinbar aussichtslosen sportlichen Situationen herauswinden.
Häufig verdrängt wird im Eintracht-Umfeld dabei gerne, dass es der Verein mit deutschen Meisterschaften nicht so hat. Nur im Jahr 1959 gelingt der Titelgewinn durch ein 5:3 im Finale gegen Kickers Offenbach. Das ist bekannt.
Weniger bekannt ist, dass der Verein um ein Haar bereits 1932 Deutscher Meister geworden wäre. Wenn er auch das zweite Spiel binnen sechs Wochen gegen den FC Bayern München gewonnen hätte. Am 1. Mai 1932 schlagen die Hessen im Endspiel um die Süddeutsche Meisterschaft den FC Bayern mit 2:0. Es ist ein Skandalspiel.
Die Eintracht geht durch zwei Tore des Schweizers Dietrich noch in der ersten Hälfte in Führung. Die Bayern werden in der zweiten Halbzeit stärker und fühlen sich durch den Schiedsrichter benachteiligt. Die Münchner Fans stürmen kurz vor Schluss das Spielfeld.
Sieben Minuten vor Ende der regulären Spielzeit wird die Partie abgebrochen. Im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft kommt es am 12. Juni zur schnellen Revanche. Mit 2:0 triumphieren die Münchner vor 55.000 Zuschauern.
Erst nach dem Endspiel um die Deutsche Meisterschaft wird die Eintracht zum Sieger des Spiels am 1. Mai erklärt, der FC Bayern erhält eine Geldstrafe.